Das Epos ist der wichtigste poetische Ort der Verhandlung von Globalisierungsprozessen in der Frühen Neuzeit. Die europäische Expansion setzte in der Frühen Neuzeit mit den Entdeckungs- und Eroberungsfahrten der Portugiesen und Spanier ein. Die Motivation für erdumspannende Prozesse zu dieser Zeit ist die Suche nach der Neuen Welt, im Geflecht von curiositas , Mission und ökonomischem Interesse. Die Studie konzentriert sich auf die geographische, rhetorische und visuell-mediale Erschließung und Darstellung von Erde und ,Neuer Welt' in den Epen Os Lusíadas von Camões und La Araucana von Ercilla und berücksichtigt zudem Ariosts Orlando furioso , Tassos Gerusalemme liberata und frühneuzeitliche dokumentarische Texte. Helga Thalhofer ist Privatdozentin am Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München.