Stereophonie der Autobiographie : Autobiographisches Schreiben von Paaren am Beispiel von María Teresa León und Rafael Alberti (Mimesis 48) (2009. VII, 213 S.)

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León und Alberti waren aktive Gegner der von Franco errichteten Diktatur. Im Kontext ihrer spezifischen Erfahrung, im Exil zu leben und zu schreiben, wurden die Autobiographien La arboleda perdida (Rafael Alberti) und Memoria de la melancolía (María Teresa León) zu einem wichtigen Medium der Aushandlung eines Lebens und Schreibens zwischen den Welten. Durch das Netz intertextueller und interpersoneller Bezüge, das zwischen den Autobiographien entwickelt wurde, wird dabei der/die Andere in den eigenen Text mit aufgenommen und eingeladen, im Schreiben auf das literarisierte Leben des/der anderen einzuwirken, es weiter zu schreiben oder zu ergänzen. Erfahrungen wie die Alzheimererkrankung der Schriftstellerin María Teresa León waren dabei für die literarische Produktion beider Autoren relevant. Signifikant war und ist sie noch, wo eine Gesellschaft lange Zeit an einem kollektiven ,Gedächtnisverlust' litt und bewusst bemüht war, die Spuren eines Bürgerkrieges während einer Diktatur und darüber hinaus zu verdecken und zu vergessen. So wird etwa das Anschreiben gegen den eigenen Verlust von Erinnerungen bei León zu einer beispielhaften individuellen Anstrengung, sich gegen das in Spanien vom Exil aus zu beobachtende institutionalisierte Vergessen zu wehren, ein Bemühen das von Alberti mit Blick auf die bereits verstummte Partnerin weitergeführt wurde, auch um León seinerseits einem solchen zu entreißen.

Die Studie zeigt eindringlich, wie ausgehend von den (Auto-)Biographien dieses Paares bisherige Überlegungen zum autobiographischen Schreiben weitergeführt und dynamisiert werden können, um die scheinbaren (Subjekt-)Grenzen dieses literarischen Genres auszuloten. Die Stereophonie der Autobiographie öffnet den Blick für die Autobiographie als ein (gem)einsames Projekt, das spezifische ethische und ästhetische Implikationen aufweist.

§06§§Die Buchreihe Mimesis präsentiert unter ihrem neuen Untertitel Romanische Literaturen der Welt ein innovatives und integrales Verständnis der Romania wie der Romanistik. Sie trägt der Tatsache Rechnung, dass die faszinierende Entwicklung der romanischen Literaturen und Kulturen in Europa wie außerhalb Europas weltweite Dynamiken in Gang gesetzt hat, welche die großen Traditionen der Romania auf neue Horizonte hin öffnen. Mimesis zeigt auf, wie die dargestellte Wirklichkeit im Archipel der romanischen Literaturen die Tür zu einem vielsprachigen Kosmos verschiedenartiger Logiken öffnet.§ §Die Publikationssprachen sind Deutsch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Englisch.§ §15§§León und Alberti waren aktive Gegner der von Franco errichteten Diktatur. Im Kontext ihrer spezifischen Erfahrung, im Exil zu leben und zu schreiben, wurden die Autobiographien La arboleda perdida (Rafael Alberti) und Memoria de la melancolía (María Teresa León) zu einem wichtigen Medium der Aushandlung eines Lebens und Schreibens zwischen den Welten. Durch das Netz intertextueller und interpersoneller Bezüge, das zwischen den Autobiographien entwickelt wurde, wird dabei der/die Andere in den eigenen Text mit aufgenommen und eingeladen, im Schreiben auf das literarisierte Leben des/der anderen einzuwirken, es weiter zu schreiben oder zu ergänzen. Erfahrungen wie die Alzheimererkrankung der Schriftstellerin María Teresa León waren dabei für die literarische Produktion beider Autoren relevant. Signifikant war und ist sie noch, wo eine Gesellschaft lange Zeit an einem kollektiven ,Gedächtnisverlust' litt und bewusst bemüht war, die Spuren eines Bürgerkrieges während einer Diktatu §15§r und darüber hinaus zu verdecken und zu vergessen. So wird etwa das Anschreiben gegen den eigenen Verlust von Erinnerungen bei León zu einer beispielhaften individuellen Anstrengung, sich gegen das in Spanien vom Exil aus zu beobachtende institutionalisierte Vergessen zu wehren, ein Bemühen das von Alberti mit Blick auf die bereits verstummte Partnerin weitergeführt wurde, auch um León seinerseits einem solchen zu entreißen. § §Die Studie zeigt eindringlich, wie ausgehend von den (Auto-)Biographien dieses Paares bisherige Überlegungen zum autobiographischen Schreiben weitergeführt und dynamisiert werden können, um die scheinbaren (Subjekt-)Grenzen dieses literarischen Genres auszuloten. Die Stereophonie der Autobiographie öffnet den Blick für die Autobiographie als ein (gem)einsames Projekt, das spezifische ethische und ästhetische Implikationen aufweist.§§ §07§§With its new sub-title Romance Literatures of the World, the book series Mimesis presents an innovative and integral understanding of the Romance world and Romance Studies from the perspective of literary studies and cultural theory. It takes account of the fact that the fascinating development of Romance literatures and cultures both in Europe and beyond has set worldwide dynamics in motion which continue the great traditions of the Romance world and open up new horizons for them. Mimesis works from a transareal understanding of Romance Studies which integrates Romance literatures and cultures both within and outside Europe and which transcends the national and disciplinary boundaries which often conceal the interactions between different traditions and developments in Europe and the Americas, in Africa and Asia. In the archipelago of Romance Studies, Mimesis reveals how the representation of reality in the Romance literatures of the world opens the door to a multilingual cos §07§mos of diverse logics.§

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